Hauptseite
Georg Philipp Telemann in Żary

Żary (eh.Sorau). Ein einstöckiges Haus aus grauem Stein, mit grauen Dachziegeln gedeckt. Im 18. Jahrhundert wurde das Haus „Hotel de Pologne“ genannt. Spätere Stadtchroniken bezeichnen es als Gasthof „Zur golden Eule“. Nach 1900 fehlt es an Angaben in städtischen Dokumenten. Es stand dem alten Friedhof gegenüber, in der Nähe des heutigen Krankenhauses in der Zielonogórska Straβe. Żary war im 18. Jh. ein Städtchen mit ca.4000 Einwohnern und einem 1500 Mann starken Regiment sächsischer Kürassiere. Im nordwestlichen Stadtteil erhob sich schon damals das Biberstein- und Promnitzschloβ, von dem der Historiker Worbs schreibt: „Erdmann Promnitz lieβ ein neues, schones, dreigeschossiges Schloβ bauen, das In der Höhe des zweiten Geschosses mit dem Bibersteinschloβ (Mitte des 16. Jhs.) verbunden ist, das wiederum auf Fundamenten eines viel früher erbauten Schlosses, des Dewinschlosses, steht“.

Thumbnail image
Die Geschichte des „Hotels de Pologne“ beginnt eigentlich um das Jahr 1700. Aus den erhalten gebliebenen Urkunden geht es hervor, daβ es das Besitztum eines gewissen Schafers war, der aus der Gegend um Gubin nach Żary kam. In verhältnismäßig kurzer Zeit erhielt er die Genehmigung des Standesherrn von Żary, des Grafen Promnitz, einen Gasthof zu betreiben. Schaufers schnell wachsender Wohlstand ermöglichte seinen Ausbau.

Bald stand schon der Wagenschuppen und der Pferdestall. Vielleicht hatten die Durchreisen des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August II. einen direkten Einfluβ auf den Namen des Gasthof. Schaufers Gasthof war jedenfalls seit 1703 fast 80 Jahre lang in der Stadt und Umgebung als „Hotel de Pologne“ bekannt. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, daβ durch Żary der Weg der königlich-kurfürstlichen Post von Dresden nach Warschau führte.

Thumbnail image
Im August 1704 bezog der 23-jährige Magister der Rechtswissenschaften Georg Philipp Telamann ein Quartier im "Hotel de Polgone", der als Direktor des Collegium Musicum und Organist an der Leipziger Matthäus-Kirche bekannter war als "Adeptus iurisprudentiae". Telemann kam nach Żary direkt aus Leipzig auf Einladung des Grafen Promnitz, eines Höflings des polnischen Königs August II. Als Komponist und Dirigent hat er schon einen beträchtlichen Ruhm erreicht; Er erfreute sich auch der Freundschaft und Unterstützung des großen Buxtehude aus Lübeck. Auf seiner Reise begleitete ihn Andreas Gottlob von Maks, der Besitzer von Nieder Jeser (Jeziory Dolne) bie Pförten (Brody Żarskie) - Kammerherr und Burggraf von Żary. Der Promnitz war nicht in Żary. Er weilte mit dem König in Polen.

Der Sorauer Hof von Erdmann Promnitz galt als einer der glänzendsten sächsisch-polnischen Magnatenhöfe. Hier herrschte Prunk und Hofzereminiall. Als Vorbid dienten hier die königlichen Monarchien, derren Ideal die Monarchie Ludwigs XIV. war. Mit dem Ausbau und Verschönerung der Residenz waren hervorrangende Architekten Spanninger und Simonetti beauftragt. Im Schloß war eine aus hervorragenden Bildern bestehende Gemäldegalerie beherbergt. Fast ununterbrochen waren hier italienische und französische Opern - und Baletttrupen zu Gast. Der Promnitz unterhielt auch eine Hofkapelle, die aus polnischen, böhmischen und deutschen Musikern bestand. Bis zur Telemanns Ankunft leitete die Sorauer Kapelle Wolfgang Kasper Printz.

Weiterlesen...
 
 

Żary/Sorau - die Stadt Telemanns